Geschichte der Perlen

10. Oktober 2019

Geschichte der Perlen

Welche Geschichten verbergen sich hinter den verschiedenen Perlen unserer Schmuckkollektionen?

Murano Glasperlen (um 1800) – Das Geheimnis der Glaskunst

Mit der Entdeckung Amerikas sowie der Ausbreitung des europäischen Handels wird die Glasperle zum heißbegehrten Zahlungs- und Tauschmittel. Ab dem 15. Jahrhundert wurden die Perlen in Murano hergestellt. Murano (venetisch Muran) ist eine Inselgruppe nordöstlich der Altstadt von Venedig. Die Inseln in der Lagune wurde durch ihre Glaskunst bekannt, weil aus Brandschutzgründen alle Glasöfen von Venedig auf diese Insel verlagert wurden. Vor allem diente diese Maßnahme jedoch dazu, das streng gehütete Geheimnis der Glasherstellung zu bewahren. Den gut bezahlten Glasbläsern war es unter Androhung der Todesstrafe verboten, ihr Wissen weiterzugeben. Die von uns verwendeten Murano-Glasperlen stammen aus der Zeit um 1800.

Chevronperlen (um 1800) – Die Königin der Glasperlen

Bei der Herstellung von Chevronperlen werden Glasstäbe mit verschiedenfarbigen Glaslagen ummantelt, in Perlengröße geschnitten und an den Kanten zu ovalen Perlen poliert. Unsere Chevronperlen sind um 1800 und in Murano hergestellt.

Böhmische Glasperlen (um 1800) – Schmuck der äthiopischen Adelsfamilien

Böhmen, in der heutigen tschechischen Republik, konnte im 18. Jh. durch den mechanischen Schliff von Glas erstmalig mit der venezianischen Glaskunst konkurrieren. Durch die lokalen Flüsse besaß Böhmen gute Voraussetzungen für den Einsatz wassergetriebener Schleifmühlen. Unsere böhmischen Glasperlen bestechen durch die mohnrote bis orangene Farbe sowie die glatte Oberfläche und wurden um 1800 hergestellt. Diese Perlen waren ab dem 15. Jahrhundert in Äthiopien ausschließlich Adels- und Königsfamilien vorbehalten.

 

Silberperlen aus Berberschmuck (1800 bis 1900) – Ethno und Tribal Chic in New York

Die antiken Silberperlen Marokkos wurden von Kunsthandwerken aufwendig verziert und ursprünglich im Berberschmuck verarbeitet. Durch den Ethno und Tribal Chic Trend sowie der Berberfashion ist der Berber Schmuck in den Metropolen von New York bis Berlin sehr beliebt (Vogue 2016). Aufgrund des historischen Herstellungsprozesses liegt der Silberanateil bei 50-80%.

 

Carneol Perlen (ab 1500) – Verehrt von den Pharaonen

Carneol Perlen bestehen aus Quartz und gehören zu der Familie der Achate. Die Perlen verdanken ihre schwach durchscheinende, orange bis rote-braune Farbe dem eingelagerten Eisen. Durch Hitze lässt sich der Carneol rot einfärben, eine komplizierte, aber seit dem Altertum bekannte Kunst. In der Geschichte wurde Carneol geschätzt und war sehr kostbar: Die Ägypter verehrten Carneol als „Lebensstein“. Heute kann man im Louvre in Paris den Carneol-Siegelring von Ramses II bewundern. Auch im Mittelalter wurde Carneol sehr geschätzt: Martin Luthers Siegelring wurde aus Carneol hergestellt und ist im Dresdener Schloss ausgestellt. Die von uns verwendeten Carneolperlen stammen aus dem afghanisch-indischem Kulturraum und sind aus der Zeit um 1500 bis 1800.

Mittelmeer Koralle (17. Jahrhundert) – Schmuck und Souvenir der Grand Tour

Alte Koralle (Corallium Rubrum) ist sehr wertvoll und selten. Während der hellenistischen Hochkultur wurde Koralle neben Lapislazuli und Achat gerne von der aristokratischen Klasse getragen. Die antike Koralle ist nicht eingefärbt, wie etwa die modernen und meist verbotenen Perlen aus Koralle. Die von uns verwendete Mittelmeerkoralle stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist berühmt für seine hellrosa bis rote Farbe. Im 19. Jahrhundert avancierte Schmuck aus Koralle zu einem beliebten Souvenir der Grand Tour des gehobenem Bürgertums Europas.

 

Amber – Die Tränen der Götter

Amber bezeichnet den klaren bis undurchsichtigen gelben Schmuckstein aus fossilem Baumharz. Die abgebildete Amberperle stammt aus dem Jemen um 1950. Aufgrund seiner magnetischen Wirkung war Amber als "Elektron" im antiken Griechenland bekannt. Durch den frühen Handel mit den Wikingern gelangten die Amberperlen in den Mittelmeerraum. Im baltischen Ostseeraum wird Amber durch den Begriff Bernstein geschützt.

 

Antike Perle aus Quartz – um 1500 Quartz

zählt zur Familie der Achate und wurde bereits in vorchristlicher Zeit im Schmuck verwendet. Die zart rosa schimmernde Perle besticht durch einen zurückhaltenden Charakter und kann daher besonders für moderenes Design stehen.

 

Trennperlen aus Straussenei

Die Trennperlen aus der Kalahari-Wüste im südlichen Afrika werden äußerst aufwendig aus der Straussenei-schale hergestellt. Funde von Strausseneiperlen in Nordafrika belegen die Existenz von Perlen seit über 12.000 Jahren. Damit ist sie die älteste Perle Afrikas. Durch die neutrale und natürliche Farbe eignet sich Straussenei für eine harmonische Schmuckgestaltung.

 

Handgearbeitete Trennperlen aus Kokosschalen

Ähnlich wie bei der Strausseneiperle werden Trennperlen aus der Kokosschale in einem aufwendigen Prozess hergestellt. Das Naturmaterial kombiniert sich ideal mit Korallen- oder Amberperlen und ist nicht eingefärbt.


Schreiben Sie einen Kommentar


Vollständigen Artikel anzeigen

casa eurabia, Palmen, Dattelpalme, Marokko, Zagora, Fotografie, Emily Piwowar
Unterwegs zwischen den Dattelfeldern

07. August 2020 2 Kommentare

Auf unserer Rundreise durch Marokko machen wir an verschiedene abgelegenen Orten Halt.  Auffällig während der ganzen Fahrt: Die vielen Dattelpalmen erstrecken sich über das ganze Land.
casa eurabia, Marokko, Datteln, Food, Fotografie, Emily Piwowar
Dattel – die Superfrucht

07. August 2020 2 Kommentare

Bei unserem Roadtrip durch Marokko machen wir uns auch auf die Suche nach frischen Datteln. Die süße Frucht ist schon lange als natürliche Alternative zu Süßigkeiten bekannt – doch was macht die Superfrucht eigentlich so gesund?

Hinter den Kulissen – Unsere Keramikmanufaktur in Marokko
Hinter den Kulissen – Unsere Keramikmanufaktur in Marokko

09. Juni 2020

Seit vielen Jahren pflegen wir eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Kunsthandwerkern. Entdeckt die Herstellung unserer Keramik in der Manufaktur unserer Partner in Safi.